Wer sich ein wenig mit den Entwicklungen auf dem Kamera-Markt beschäftigt, wird schnell auf einen Begriff stoßen: Systemkamera. Der Unterschied zwischen einer solchen spiegellosen Systemkamera und einer digitalen Spiegelreflexkamera ist, wie der Name schon sagt, dass die Systemkamera ohne Spiegel arbeitet. Darüber hinaus bietet diese Technik die selben oder ähnliche Funktionen und Möglichkeiten, wie es andere digitale Kamerasysteme auch tun.

Die Systemkamera hat den selben Vorteil gegenüber Kompaktkamera Modellen, wie die DSLR: auch für die spiegellosen Kameras gibt es Wechselobjektive, die dem Fotografen die Möglichkeit bieten, die Kamera auf sein aktuelles Motiv, die gegenwärtige Umgebung oder spezielle Fotografie Techniken, wie beispielsweise die Timelapse Fotografie anzupassen.

Systemkamera und DSLR im Vergleich

Systemkamera für die spiegellose Zukunft

Die Systemkamera bietet die perfekte Symbiose aus Kompakt und DSLR (c) Kigoo Images / pixelio.de

Wer sich heutzutage eine professionelle Kamera kaufen möchte, muss auf mehr achten als Auflösung, Mega Pixel und andere Gadgets. Insbesondere Hobby-Fotografen müssen sich ihren Ambitionen bewusst werden. Was will ich fotografieren? Wie häufig? Wie viel Wert lege ich auf absolute Perfektion? Möchte ich mit zusätzlicher Hardware, wie SIGMA Objektive, CPL Filter oder Blitzlicht arbeiten? Wie gut beherrsche ich das Fotografie-Handwerk? Je nach Kriterium bieten sich Systemkamera und DSLR verschieden gut an. Die Entscheidung muss nach einer gründlichen Recherche selbst getroffen werden. Im folgenden gehen wir auf bedeutende Unterscheidungsmerkmale der Systemkamera gegenüber der Spiegelreflex-Variante ein.

Bildqualität

DSLM gegen DSLR: Bildqualität

Egal für welches Kamera-System man sich entscheidet, der absolut entscheidende Kaufgrund sollte immer die Bildqualität sein. Selbstverständlich gibt es hier Unterschiede in den verschiedenen Preisklassen, insbesondere wenn es letztenendes auch um die verbauten Sensoren geht, aber generell lässt sich sagen: in Sachen Bildqualität sind moderne Systemkamera und DSLR Modelle gleichwertig. Hohe Auflösungen und Mega Pixel Zahlen und optimale Bildergebnisse auch bei hohen ISO-Werte gewährtleisten Modelle beider Lager. Unter Umständen kann vom reinen Preis-Leistungsverhältnis hier durchaus eine Systemkamera an der DSLR vorbeiziehen, was insbesondere im Einsteiger-Bereich zu tragen kommt. Bevor ein Hobby-Fotograf zur nächstbesseren (und dementsprechend teureren) DSLR Variante greift, lohnt sich auch ein Blick auf gleichwertige Systemkameras.

Bildsensoren

DSLM gegen DSLR: Bildsensoren

Maßgeblich entscheidend für die Bildqualität ist natürlich der Bildsensor. Auch kann man generell davon sprechen, dass DSLR und Systemkamera hier größtenteils in einer Liga spielen. Die zumeist verbauten Micro FourThirds oder APS-C Sensoren unterscheiden sich weder in Ihrer phsyikalischen Größe, noch in der gelieferten Bildqualität. Nicht zuletzt deswegen nimmt die Systemkamera zunehmend die Grauzone zwischen Kompakt und SLR – also zwischen Gelegenheits-Knipser und Profi ein.

Dennoch geht der endgültige Punkt in Sachen Bildqualität basierend auf dem Bildsensor an die DSLR. Besonders hochwertige Ergebnisse liefern weiterhin Vollformat-Sensoren, die zur Zeit in noch keiner Systemkamera verbaut und auch in den folgenden Jahren nur kostenintensiv zu haben sein werden.

Display vs. Sucher

Display vs. Sucher

Die Systemkamera verzichtet auf den umklappbaren Spiegel und in Folge dessen auch auf den klassischen Sucher. Über die Bedeutung dieser Technik trennen sich die Geister. Häufig wird der digitale Bildschirm als weitere, mögliche Fehlerquelle gesehen, die das Fotoergebnis und die Bildqualität verzerrt durch fehlerhafte Einstellung und Wiedergabe. Im Gegensatz dazu sieht der Fotograf im Sucher genau das Bild, was auch bei der Aufnahme mit der DSLR entsteht.

Doch auch der Sucher ist nicht immer das Non-Plus-Ultra. Ganz im Gegenteil: der Sucher kann bei mancher Perspektive auch mal schwer zu erreichen sein. Selbstverständlich liefert auch nicht jeder Sucher immer die lupenreinste Qualität. Die Fortschritte in der Display-Technik sind, darüber hinaus, ebenso nicht zu verkennen. Mit 1 bis 2 Millionen Bildpunkten, liefern auch die Displays gestochen scharfe Bilder und ermöglichen darüber hinaus einige digitale Hilfsmittel und Spielereien.

Technische Möglichkeiten

Auf dem Bildschirm können Gitternetz-Linien oder sogar eine Wasserwage animiert werden. Bildqualität und Farbwerte lassen sich bereits vor dem Abdrücken erkennen. Außerdem bieten viele moderne Displays – auch an Spielgereflexkameras – freie Bewegungsmöglichkeiten auf bis zu 3 Achsen.

Objektive

DSLM gegen DSLR: Objektive

Ein besonders schwerwiegender Entscheidungsgrund bei der Wahl DSLM oder DSLR ist das Angebot an Objektiven, die auf dem Markt für das jeweilige System erhältlich ist. Die Systemkamera hat hier den klaren Nachteil. Die vergleichsweise junge Technik muss sich mit jedem Modell zunächst beweisen, bevor auch Dritthersteller, die spiegellose Technik mit Objektiv Optionen ausstatten. Die Spiegelreflexkamera ist dementsprechend besser aufgestellt, denn Sie gilt weithingehend als etabliert und wird von verschiedensten Anbietern versorgt.

Der Fotograf

DSLM gegen DSLR: der Fotograf

Egal welche Technik man nutzen möchte, am Ende entscheidet doch immer noch der Fotograf hinter der Systemkamera oder DSLR, wieviel Qualität aus dem Gerät geholt wird. Gerade deswegen sollte jeder Interessierte vor dem Kauf genau überprüfen, für welchen Zweck das spiegellose oder Spiegelreflex-Kamerasystem genutzt werden soll. Wenn auch zur Zeit noch verhältnismäßig wenig Anbieter (insbesondere Drittanbieter) ergänze Hardware und Objektive für die spiegellose Systemkamera anbieten, kann durch die bereits vorhande Objektiv Auswahl für Hobby-Fotografen ausreichen. Wenn die besten und wichtigsten Objektiv Lösungen bereits erhältlich sind, ist der Griff zu weiteren Objektiven weniger wichtig.

Systemkamera zwischen Kompakt und Spiegelreflex

Wie bereits erwähnt, bildet die spiegellose Systemkamera den Schnittpunkt zwischen der Alltags-Kompaktkamera und der High-End Spiegelreflexkamera. Die Bedienung wird durch Touchscreen und hilfreiche Funktionen erleichtert, ohne dass Bildqualität und kreativer Spielraum auf der Strecke bleiben. Ein weiterer wichtiger Punkt ist auch die Menüführung. Die Anschaffung einer neuen Systemkamera oder DSLR ist kostenintensiv und die Technik soll über Jahre genutzt werden: wenn dann Probleme mit der Menüführung zu schlechterer Bildqualität führen, nützen auch die besten Objektiv- und Zubehör-Kataloge nichts.

Wie immer entscheidet der Mensch hinter der Technik, über ihre Effizienz. Auch Profis können die DSLM durchaus als Zweitkamera nutzen. Die Möglichkeit, bestimmte Adapter für die Verwendung ursprünglich nicht kompatibler Objektiv Ergänzungen zu nutzen, ermöglicht es dem Profi die bereis vorhandene Technik mit zu verwenden. Außerdem sprechen auch hier Gewicht und Bildqualität für sich. Professionelle Fotografen wissen, wann sie welche Kamera und welches Wechselobjektiv zu nutzen haben.

Vorteile der Systemkamera

Der signifikanteste Vorteil gegenüber Digitalen Spiegelreflexkameras ist das Gewicht. Da eine Systemkamera auf den Spiegel im Inneren verzichtet, ist sie auch bedeutend leichter. Außerdem fällt natürlich das aufwändige Reinigungssystem für den Spiegel ebenfalls weg. Die verwendeten Bildsensoren, in Micro FourThirds und APS-C, sind identisch mit denen der Spiegelreflex. Durch die gleichen Sensoren ist die Bildqualität der spiegellosen Kameras auch bei hohen ISO-Werten ebenfalls sehr gut, auch bei Verwendung von Auto ISO. Des Weiteren kann auch genauso mit der Tiefenschärfe gespielt werden.

Viele Systemkamera Modelle bieten, ähnlich der Kompaktkamera, zahlreiche integrierte Zusatzfunktionen an, die dem Fotografen zu besseren Bildergebnissen verhelfen. Von Bildstabilisator bis Panorama Bild Aufnahmen ist da vieles möglich. Genau diese Automatik Funktionen sind es jedoch, die insbesondere Profis eher zur DSLR greifen lassen.

Nachteile der Systemkamera

Systemkamera im professionellen Einsatz

Je nach Anwendungsgebiet bietet sich eine Systemkamera auch für Profis an (c) Günter Hommes / pixelio.de

Auch wenn sich von der reinen Aufnahmegeschwindigkeit die DSLM und die DSLR nur wenig nehmen, ist es doch die Spiegelreflexkamera, die oftmals eine größere und schneller aufeinander folgende Bildanzahl verarbeiten kann. Grund hierfür sind oftmals bessere Prozessoren, die die mehreren Bilder pro Sekunde schnell und effizient verarbeiten. Viele Systemkamera Modelle können hier nicht mithalten oder bieten lediglich eine beschränkte Anzahl an Bilden in einem Serien-Aufnahme-Block, bis der Prozess zunächst das geschossene Material verarbeitet und speichert.

Die Referenz im Bereich Geschwindigkeit kommt aus dem Spiegelreflex-Lager. Verwandt hierzu: der Autofokus: Die Spiegelreflexkameras verwenden einen Phasen-Autofokus, der schneller arbeitet, als der Kontrast Autofokus in der Systemkamera. Das macht schnelle Bildserien für Sportaufnahmen nur mit der DSLR wirklich lukrativ. Außerdem gibt es für die Spiegelreflexkameras zur Zeit noch mehr Zubehör und eine größere Auswahl an verschiedenen Objektiven, von Weitwinkel bis Super Zoom oder sogar Makro Objektiv. Durch die größere Anzahl Anbieter und Modelle kann speziell zugeschnitten auf die eigenen Anforderungen nach Zubehör gesucht werden.

Die Systemkamera im Vergleich

Der Markt an leistungsfähigen Kameras ist umfangreich und natürlich nicht nur beschränkt auf spiegellose Systemkamera und Spiegelreflex-Modelle. Auch die Kompaktkamera und sogar die Kamera im Smartphone müssen mittlerweile mit in Betracht gezogen werden. Und genau findet die DSLM ihre derzeitig, wahre Bedeutung. Sie verbindet die Bildqualität, Objektiv-Nutzung und Anwendungsfähigkeit einer DSLR mit der kompakten Bauweise einer Kompaktkamera. Profis dient sie als leistungsfähige Zweit-Kamera und Hobby-Fotografen finden in Ihr ein breiteres Arsenal an technischen und kreativen Möglichkeiten.

Systemkamera vs DSLR

Vorteile der Systemkamera:

  • leichteres Gewicht und sparsameres Design
  • unkomplizierte Reinigung und Wartung
  • zahlreiche Funktionen bieten Amateuren Unterstützung

Nachteile der Systemkamera:

  • schlechterer/langsamerer Autofokus im Vergleich zur DSLR
  • Auswahl an Zubehör zurzeit noch gering
  • durch automatische Zusatzfunktionen und fehlende High-End Bildsensoren und Objektive weitesgehend uninterresant für Profis
  • Einsatzmöglichkeiten etwas weniger vielfältig

DSLM vs Kompaktkamera

Vorteile der Systemkamera:

  • Verwendungsmöglichkeiten von Wechselobjektiven
  • hochwertige Bildsensoren
  • weitaus leistungsfähigere Technik und Prozessoren
  • mehr kreativer Spielraum beim Fotografieren
  • zahlreiche Schnittstellen für Zubehör (Blitzlicht, Mikrofon etc.)

Nachteile der Systemkamera:

  • Preis um ein Vielfaches höher
  • wenn auch kompakter als eine DSLR, dennoch im Vergleich zu platzsparenden Kompaktkamera-Modellen, umständlich
  • weniger Alltagstauglich

Die Systemkamera im Einsatz

Die Systemkameras findet in fast allen Bereichen der Fotografie Anwendung, denn gerade in Makrofotografie oder für Portraitaufnahmen, macht es für Hobby-Fotografen keinen Unterschied, welcher Kameratyp nun verwendet wird. Einzig und allein in der Tierfotografie und im Sportbereich, ist es auch für Anfänger sinnvoller zu einer Spiegelreflex zu greifen, auf Grund des schnelleren Autofokus und der leistungsfähigeren Prozessor- und Speichermöglichkeit.

Eine Spiegelreflexkamera bietet dem Fotografen, gerade im Profi-Bereich, den großen Vorteil, alles Einstellungen selbst vornehmen zu können. Der Fotograf hat freie Hand bei der Wahl der Blende, der Belichtungszeit, des ISO-Wertes und auch des Fokus und kann so das eigenen Können bewusster abbilden. Profi-Fotografen haben, egal wo und wann oder in welchem Gelände gearbeitet wird, wenig Interesse an automatischen Funktionen und Spielereien.

Die Arbeit am Computer

Systemkamera mit hochauflösendem Makroobjektiv

Eine Systemkamera kann sowohl für Makroaufnahmen als auch Weitwinkel-Bilder genutzt werden (c) bagal / pixelio.de

Bei der Anpassung im Bildbearbeitungsprogramm im Nachhinein gibt es keine Unterschiede oder signifikanten Vorteile zwischen DSLR und Systemkamera. Hohe Bildqualitäten erreichen beide und ermöglichen so problemloses Retuschieren oder Filtern. Auch die Konvertierung und Verwaltung der einzelnen Bilddateien in Adobe Lightroom oder anderen Management-Programmen stellt kein Problem dar. Es sind technische Aspekte und manuelle Konfigurations-Möglichkeiten, die die Entscheidung zwischen DSLR oder Systemkamera ausmachen sollten. Besonders interessant für die Arbeit am Computer ist jedoch eine hochauflösende Videofunktion. Mit dieser Technik wäre die Systemkamera auch dazu fähig Material für eine Cinemagraph Foto Animation zu liefern.

Tipps für den Kauf einer Systemkamera

Wichtig beim Kauf einer Systemkamera ist, dass man sich für einen Hersteller entscheidet, der das passende Zubehör liefern kann. Es ist wichtig, problemlos an neue Objektive, Filter, ein Kamera Stativ oder Auslöser zu kommen. Bei der Auswahl eines passenden Objektives kann die Überlegung helfen, für welchen Bereich der Fotografie, man dieses Objektiv oder auch die Systemkamera überhaupt anschaffen möchte. Empfehlenswert ist hierbei die gründliche Recherche in Fotografie-Foren, bei entscheidenen Anbietern und natürlich auch im Fachgeschäft mittels Beratungsgespräch.

Die besten Systemkameras im Vergleich

Panasonic Lumix

Panasonic Lumix GH2 und GH3

Die Panasonic Lumix GH2 ist eine Systemkamera, die insbesonder Videofilmer ansprechen will. Sowohl in Sachen Bildqualität für Videoaufnahmen, als auch in Kritikpunkten wie Ton und Ergonomie weiß die Panasonic Lumix GH2 zu überzeugen. Selbstverständlich ist auch sie, wie für eine DSLM üblich, mit zahlreichen Zusatzfunktionen ausgestattet. Die Lumix von Panasonic konzentriert sich hierbei vor allem auf die Videoaufnahme und liefert demtensprechend auch HD-Qualität. Sie verwendet einen Micro Fourthirds Bildsensor, der auf 16 Megapixel kommt. Wer sich in der Produktion hochauflösender Videofilme versuchen will, sollte die Panasonic Lumix GH2 durchaus auf dem Schirm haben, auch wenn sie mittlerweile von ihrer Nachfolgerin Panasonic Lumix GH3 abgelöst wurde.

Sony NEX

Sony NEX

Die Sony NEX Serie zählt zu den qualitativ hochwertigsten Systemkameras im durchaus erschwinglichen Preisbereich. Die Sony NEX verbindet genau die Kriterien, die man an einer DSLM stellt: hohe Bildqualität und schlankes Design. Wie auch die Panasonic Lumix, bietet die Sony Nex zahlreiche Zusatzfunktionen, die sich selbstverständlich je nach Modell unterscheiden. Beliebt sind hierbei einprogrammierte Fotoeffekte und die Video Aufnahme in echtem HD. Auch in Sachen Bildrauschen erreicht die Sony Kamera ein gutes Ergebnis. Wer als Neuling den Schritt vom Kompaktgerät zur Systemkamera sollte durchaus den Griff zur Sony NEX DSLM erwägen.

Fujifilm X-Pro1

Fujifilm X-Pro1

Die Fujifilm X-Pro1 überzeugt vor allem durch sehr hohe Bildqualität. Verdanken hat sie diese, dem sehr großen APS-C-Sensor, der mit ganzen 16 Megapixeln aufwartet. Gerade diese hohe Bildqualität beweist, was heutzutage mit einer Systemkamera möglich ist. Im direkten Vergleich zu vielen DSLR Modellen, kann diese DSLM durchauch auf den oberen Rängen landen. Dementsprechend ist natürlich auch die preisintensivste Variante in der Systemkamera-Sparte.

Olympus OM

Olympus OM-D E-M5

Die Systemkamera von Olympus tut genau das, was man von einer DSLM erwartet: sie besticht durch Flexiblität und jede Menge Funktionen, die geschickt verarbeitet sind. Der Display bietet zahlreiche Möglichkeiten für Einblendungen aller Art: von Hilfslinien bis Wasserwaagen und auch die Bedienung lässt sich sehr frei nach den eigenen Wünschen konfigurieren. Größter Plus-Punkt: ein besonders schneller Autofokus.