Wer kauft heutzutage noch Software im Laden? Der Trend in der Industrie geht immer mehr zum digitalen Download von Spiel-Inhalten, Programmen und anderen Software-Produkten. Per Online-Shop oder direkt von den Herstellern, die die Software Lizenz verkaufen, wird die Software bestellt, über PayPal oder Online-Banking bezahlt und dann als Download ohne Verzögerung auf dem Computer, dem Smart Phone, dem Tablet, der Spiele-Konsole oder E-Reader gespeichert und gegebenenfalls installiert. Das funktioniert insoweit auch relativ gut – doch was, wenn man die erworbenen Software Lizenz verkaufen will?

Software Lizenz verkaufen vor einigen Jahren

Software Lizenz verkaufen früher

Wer früher eine Software Lizenz verkaufen wollte, ging einfach zur Tausch-Börse (c) Thorben Wengert / pixelio.d

Eine Software Lizenz verkaufen zu wollen, war zu Zeiten der physikalischen Speichermedien CD und DVD kein Problem. Immer schön dem Gesetz treu bleibend, die Software vom Endgerät deinstalliert, verpackt und ab damit in den Laden, die Tausch-Börse oder eBay. Wichtigstes Utensil beim Software Lizenz Verkaufen ist der Product Key mit dem eine erfolgreiche Installation auf dem PC erst möglich ist. Konsolen-Nutzer konnten die Software ohne Speichermedium ohnehin nicht mehr verwenden.

Accountbinding verhindert, die Software Lizenz verkaufen zu können

Heutzutage sieht die Realität beim Software Lizenz Verkaufen etwas anders aus. Digitale Inhalte sind keine frei verfügbaren Produkte mehr. Ein Dorn im Auge vieler Nutzer: das Accountbinding. Software-Portale, App-Shops oder Online-Anbieter verknüpfen ihren Service mit einem vom Nutzer per E-Mail aktivierten Account.

Auf diesem Account werden alle erworbenen Lizenzen gesammelt und sind teilweise, wie bei der Spiele-Downloads Plattform Steam oder EA’s Pendant Origin, auch eben nur von dieser Plattform aus nutzbar. Das Problem liegt auf der Hand: Wie kann man eine Software Lizenz verkaufen, wenn man kein physikalisches Medium und keinen freien Zugang auf die einzelne Lizenz hat?

Kaufen im Laden auch keine Lösung

Software Lizenz verkaufen online nicht möglich

Accountbinding verhindert, dass eine Software Lizenz verkauft werden kann (c) Gerd Altmann / pixelio.de

Eine mögliche Option: zukünftig Software mitsamt Lizenzen nur noch im Laden kaufen und dann später weiter verkaufen. Doch leider ist auch diese Option in vielen Fällen nicht mehr gegeben, denn kauft man zum Beispiel ein Spiel im Laden, muss es meistens dennoch auf der jeweiligen Online Plattform registriert (also verknüpft) werden.

Ein weiterer „Geniestreich“ der Software Anbieter: Teile des Contents oder direkt die gesamte Nutzungsmöglichkeit hängen von der Eingabe eines einmaligen Online-Registrierungs-Codes ab, der selbstverständlich kein zweites Mal verwendet werden kann. Hier kann man zwar die Software Lizenz verkaufen, doch der zukünftige Nutzer kann nur durch den (etwas günstigeren) Erwerb eines weiteren Codes auf die Inhalte zugreifen. Bei Apps für Smartphones oder digitale Bücher entfällt diese Option natürlich von vornherein.

Software Lizenz verkaufen erlaubt: das EuGH-Urteil

Was also tun gegen die technologisch unterbundene Möglichkeit eine Software Lizenz zu verkaufen? Der Europäische Gerichtshof hat im Juli 2012 hier für Klarheit gesorgt. Laut Urteil ist es für Endnutzer durchaus erlaubt Software, egal ob körperlich oder nicht körperlich, weiter zu verkaufen. Anbieter dürfen also auch mittels eigener AGB diese Option nicht untergraben. Wurde vorher zwischen bezahlten Datenträgern und einem Download unterschieden, gilt seit dem keine Differenz mehr zwischen beiden Medien. Im Grunde genommen wäre somit die Tür geöffnet, die Software Lizenz verkaufen zu können, doch auch hier gibt es weiterhin Probleme.

Probleme beim Software Lizenz verkaufen

Software Lizenz verkaufen gerichtliche Entscheidung

Der EuGH hat entschieden, dass Software Lizenz Verkaufen erlaubt ist (c) Gerd Altmann/clker.com / pixelio.de

Eine Software Lizenz verkaufen ist auch beim digitalen Erwerb rechtlich erlaubt. Das Problem ist lediglich, dass die meisten dieser Download-Lizenzen an feste Accounts und technische Plattformen gebunden sind. Viele Anbieter eröffnen schlichtweg keine Möglichkeit Software, Spiele oder Apps weiter zu verkaufen. Es gibt keine Option, die „Software Lizenz verkaufen“ heißt. Somit müssen Endnutzer also entweder ihr Recht einklagen oder andere Methoden finden.

Eine Möglichkeit, die Software Lizenz verkaufen zu können, wäre es, für jede Software einen dedizierten Account samt eigener E-Mail anzulegen. Das heißt also, für jedes Spiel von Steam wird ein neuer Account angelegt. Entscheidet man sich dann, die Software Lizenz verkaufen zu wollen, bietet man den gesamten Account mitsamt zugehöriger E-Mail Adresse.

Das ist zugegebenermaßen überaus unpraktikabel, aber zur Zeit die einzige Möglichkeit eine Software Lizenz verkaufen zu können, ohne auf massive Probleme zu stoßen. Wie diese Regelung in der Zukunft und vor allem für Apps, die nicht auf einzelne Accounts gebunden werden können, realisiert wird, bleibt abzuwarten.