Sie haben eine Reise oder einen längeren Aufenthalt in den Vereinigten Staaten geplant und wollen mit ihren Lieben zu Hause in Kontakt bleiben? Eine SIM-Karte für die USA ist eine einfache und günstige Lösung. Einfach die SIM-Karten wechseln oder ein zweites Handy mitnehmen und zum Ortstarif surfen und telefonieren. Der Vorteil dieser Prepaid-Modelle: Da Sie bereits im Voraus zahlen, müssen Sie weder einen Vertrag abschließen noch sich irgendwo registrieren. Sie können sogar schon vor der Reise die SIM-Karte aktivieren und direkt nach der Ankunft am Flughafen lossurfen. Wir haben die wichtigsten Fragen rund um die SIM-Karte für die USA-Reise beantwortet.

Wie funktioniert das mit der SIM-Karte für die USA?

Mit einer SIM-Karte für die USA kaufen Sie Guthaben, mit dem Sie vor Ort telefonieren, SMS schreiben und ins Internet gehen können – so lange, bis das Guthaben aufgebraucht ist. So umgehen Sie die hohen Roaming-Gebühren, die außerhalb der EU anfallen. SIM-Karten sind für eine bestimmte Dauer gültig: von vier Tagen bis zu einem Monat oder sogar länger. Außerdem gibt es verschiedene Tarife: nur Datenvolumen, kostenlose Anrufe ins US- und/oder ins deutsche Netz, Gratis-SMS … Die Tarifbausteine ähneln denen der deutschen Mobilfunkanbieter.

Welche Anbieter gibt es?

Zum einen können Sie sich eine SIM-Karte direkt bei den US-Anbietern bestellen. Die größten sind T-Mobile und H20 (AT&T-Netz). Beide decken den größten Teil des US-Netzes ab. Guter Empfang und eine annehmbare Geschwindigkeit sind in nahezu allen Gegenden der USA garantiert. Einen guten Überblick der SIM-Karten von US-Anbietern gibt es auf amazon.de.

Zum anderen gibt es deutsche Anbieter beziehungsweise deutsch-amerikanische Kooperationen wie SimlyStore (2011 der erste Anbieter, der SIM-Karten für die USA in Deutschland verkauft hat) oder Tourisim. Beide bietet unter anderem einen Aktivierungsservice und deutschsprachigen Support über Facebook und E-Mail.

Wie komme ich an eine SIM-Karte für meine USA-Reise?

Bei den US-amerikanischen Anbietern erhalten Sie SIM-Karten in den Handy-Shops vor Ort. Sie können die Karte aber auch schon vor der Reise online bestellen. So verschwenden Sie keine wertvolle Zeit während der Reise und können direkt nach der Ankunft surfen und telefonieren. Das kann ganz hilfreich sein, um über Google Maps oder einen alternativen Kartendienst den Weg zum Hotel zu finden, ein Taxi zu bestellen oder sich Tipps über die besten Reise-Apps  zu holen.

Erhalte ich mit der SIM-Karte auch eine US-amerikanische Telefonnummer?

Ja. Vor allem bei Geschäftsreisen ist eine US-Nummer von Vorteil. So sind Sie innerhalb der USA einfacher zu erreichen und Ihre Geschäftspartner müssen keine deutsche Vorwahl wählen. Die Daheimgebliebenen dagegen schon. Die Vorwahl für die USA lautet 001- (plus die Telefonnummer ohne der ersten 0). Falls Sie jemanden in Deutschland anrufen wollen, müssen Sie die Vorwahl 0049 oder 01149 (plus die Telefonnummer ohne der ersten 0) vorwählen. Tipp: Speichern Sie immer alle Kontakte mit Ländervorwahl in Ihrem Smartphone bzw. auf Ihrer SIM-Karte.

Kann ich WhatsApp, Skype und Co. mit der SIM-Karte für die USA nutzen?

Ja, sie können installierte Apps auf dem Smartphone oder Tablet weiter nutzen, zum Beispiel WhatsApp, Skype oder den Facebook Massenger, und bleiben für Ihre Kontakte weiterhin unter der ursprünglichen Telefonnummer erreichbar. Ausnahme: Wenn Sie sich zum Beispiel nach dem Zurücksetzen Ihres Smartphones auf Werkeinstellung bei einem Dienst erneut verifizieren müssen, geht das nur mit der SIM-Karte, mit der Sie sich ursprünglich registriert hatten. Es ist daher besser, die deutsche SIM-Karte sicherheitshalber dabei zu haben.

Mit welchen Kosten muss ich rechnen, wenn ich eine SIM-Karte für den USA-Urlaub will?

SIM-Karten mit den kleinsten Tarif-Paketen gibt es bereits für unter 5 Euro. Die Laufzeit beträgt dann in der Regel 5 bis 7 Tage. Für eine Woche inklusive Datenvolumen und Freiminuten bzw. Flatrate ins US- und deutsche Netz können Sie in der Regel mit Kosten ab 30 Euro rechnen, für einen Monat beginnen die Preise bei 50 Euro.

Funktioniert die SIM-Karte für die USA mit jedem Smartphone?

Es gibt ein paar technische Voraussetzungen, um die SIM-Karte mit Ihrem Smartphone oder Tablet in Betrieb nehmen zu können.

  1. Sie benötigen ein Gerät ohne SIM-Lock. In der Regel ist das kein Problem. SIM-Locks – also die Sperre für Karten anderer Anbieter – finden sich nur noch bei sehr alten Handys. Falls Sie sich nicht sicher sind, können Sie das vor der Abreise überprüfen. Legen Sie die SIM-Karte eines anderen Mobilfunkanbieters ein. Falls Ihr Gerät sie erkennt, ist auch eine SIM-Karte für die USA kein Problem. Alternativ können Sie die IMEI-Nummer Ihres Smartphones (in der Regel unter den Einstellungen zu finden) hier eingeben und so überprüfen, ob Ihr Gerät frei von SIM-Lock ist.
  2. Ihr Gerät muss die Frequenzen der US-amerikanischen Netze unterstützen. Das ist in den USA der GSM-Standard 850 und 1800. Bei modernen Smartphones ist dies der Fall. Überprüfen Sie das aber sicherheitshalber vor der Reise. Einfach im Internet nach dem eigenen Handy-Modell suchen (zum Beispiel hier) und in der Produktbeschreibung nachlesen.
  3. Die SIM-Karte muss von der Größe her passen. Es gibt Standard-SIM, Micro-SIM und Nano-SIM. Überprüfen Sie dies, bevor Sie die Karte bestellen. Im Zweifel immer zur größeren SIM-Karte greifen. Sie lässt sich notfalls zuschneiden. Viele Anbieter bieten Triple-SIMs an. Hier kann man die gewünschte Größe einfach herausbrechen.
SIM-Karte USA: Eine junge Frau mit Smartphone vor der Skyline Mannhattens

Mit einer SIM-Karte für die USA bleiben Sie auf Reisen mit der Welt verbunden
© istockphoto.com/ svetikd

Muss ich die SIM-Karte in den USA aktivieren?

Ja, falls der Anbieter dies nicht übernimmt. Dies ist aber in wenigen Schritten erledigt und wird genau in der Anleitung beschrieben, die mit der SIM-Karte mitgeliefert wird. In der Regel ist sie allerdings auf Englisch. Sie können die Aktivierung schon von Deutschland aus vornehmen.

Worauf sollte ich bei der Auswahl des Tarifs achten?  

  • Die Netzabdeckung: AT&T und T-Mobile sind die beiden am weitesten verbreiteten Netze in den USA. Mit Anbietern, die eins der beiden Netze anbieten, sollten Sie keine Empfangsprobleme haben.
  • Wie lange ist der Tarif gültig? Die Prepaid-Flatrats gelten immer für einen bestimmten Zeitraum. Zwar kann man das Guthaben danach aufladen, doch Vorsicht: Viele Anbieter ermöglichen nur ein Verlängerung um einen ganzen Monat – für kürzere USA-Reisen definitiv zu teuer.
  • Welche Tarifbausteine brauchen Sie wirklich? Bei einer US-Flat sind Anrufe und SMS innerhalb der USA kostenlos. Dafür können solche nach Deutschland sehr teuer sein. Falls Sie mit Familie und Freunden aus der Heimat telefonieren wollen, sollten Sie einen Tarif mit Flatrate in den deutschsprachigen Raum wählen. Falls es Ihnen nur ums Datenvolumen geht und sie zum Beispiel über Skype telefonieren wollen, reichen Tarife, die sich aufs Surfen beschränken.
  • Tethering- und Hotspot-Modus: Ein Tarif, mehrere Geräte durch die Einrichtung eines mobilen Hotspots – hört sich gut an, ist aber oft nicht möglich. Viele Anbieter unterbinden die Tethering-Funktion.

Gibt es Alternativen zur Prepaid-Lösung?

Wenn Sie sich keine SIM-Karte für die USA-Reise kaufen wollen, können Sie auch Ihre eigene SIM-Karte benutzen. In Großstädten wie New York gibt es ein sehr gut ausgebautes öffentliches WLAN-Netz. Achten Sie darauf, dass Sie die mobile Datennutzung deaktivieren und Ihre Mobilbox ausschalten. Bei der Ankunft im ausländischen Netz erhalten Sie eine SMS mit Hinweisen zu den Kosten fürs Roaming. In der Regel muss es per SMS freigeschaltet werden.

Eine weitere Alternative sind Auslands-Upgrades Ihres jeweiligen Anbieters. Dabei handelt es sich meist jedoch um sehr kleine Pakete, die schnell aufgebraucht und eher teuer sind.

Ist noch etwas zu beachten?

Falls Sie Ihr Smartphone über die Steckdose aufladen wollen, benötigen Sie einen Adapter. Noch ein Tipp: Verwenden Sie Stromspar-Apps, damit der Akku einem langen Sightseeing-Tag standhält.