Noch gibt es nicht viele Drohnen-Gesetze, die Hobbypiloten in der Nutzung des kleinen Luftfahrzeugs einschränken. Wer die Privatsphäre seiner Mitmenschen achtet, hat bei der Nutzung der ferngesteuerten Fluggeräte meist keine rechtlichen Probleme. Das könnte sich allerdings bald ändern.

Aktueller Stand: Kameradrohnen können Privatsphäre verletzen

Die bestehenden Drohnen-Gesetze lassen privaten Nutzern der beliebten fliegenden Roboter viele Freiheiten. Jeder, ob Erwachsener oder Kind, darf ohne besondere Erlaubnis oder Registrierungspflicht privat eine Drohne fliegen lassen. Trotzdem sollten Freizeitpiloten ihr Flugobjekt nicht überall hinfliegen lassen – gerade, wenn die Drohne eine Kamera beinhaltet, kann es schnell zu rechtlichen Problemen kommen. Denn schon das Einsehen von Privatgrundstücken per Drohne ist rechtlich heikel, besonders dann, wenn das Grundstück eigentlich so abgeschirmt ist, dass es ebenerdig nicht einsehbar ist. Drohnenfotos von Menschen, die den Aufnahmen nicht eindeutig zugestimmt haben, können außerdem deren Persönlichkeitsrecht verletzen. Besonders problematisch sind Fotos, auf denen Menschen klar und eindeutig zu erkennen sind. Verschwommene Aufnahmen aus der Vogelperspektive sind dagegen weniger heikel.

Registrierungspflicht und Flugverbotszonen: Strengere Drohnen-Gesetze geplant

Rund um die private Nutzung der kleinen Flugobjekte dürfte sich allerdings schon bald einiges ändern, gleich mehrere neue Drohnen-Gesetze sollen die Verwendung in Zukunft strenger regeln.

Laut dem Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur plant Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt verschiedene Änderungen der entsprechenden Rechtsvorschriften. An diesen wird innerhalb des Ministeriums bereits gearbeitet. Laut den neuen Drohnen-Gesetzen sollen Flüge in Zukunft verboten werden, die über einer Flughöhe von 100 Metern stattfinden und/oder bei denen sich die Drohne außerhalb des Sichtfeldes des Nutzers befindet. Über verschiedenen Gebieten sollen private Flüge mit Multikoptern, Hexakoptern und anderen fliegenden Robotern außerdem in Zukunft komplett verboten werden. Zu diesen Flugverbotszonen zählen dann unter anderem Unglücksorte, Menschenansammlungen, Justizvollzugsanstalten, Kraftwerken, militärischen Anlagen oder Industrieanlagen, Eisenbahnlinien und Fernstraßen. Zusätzlich sollen sämtliche Drohnen, die mindestens ein halbes Kilo wiegen, in Zukunft der Kennzeichnungspflicht unterliegen.

(Stand: August 2016)