Viele begeisterte Nutzer der beliebten Flugroboter verfolgen die Debatte mit Interesse: Von offizieller Seite wird aktuell am verpflichtenden Drohnen-Führerschein gefeilt. Die Gründe sind durchaus nachvollziehbar.

Drohnen-Führerschein für gewerbliche Nutzer geplant

Für Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt steht fest: Deutschland braucht in Zukunft einen Drohnen-Führerschein – zumindest für gewerbliche Nutzer der kleinen Flugroboter, beispielsweise für professionelle Aufnahmen aus der Luft.

Auch die Deutsche Flugsicherung (DFS) hat sich bereits für die Einführung eines Führerscheins für die ferngesteuerten Geräte ausgesprochen – egal ob Multikopter, Hexacopter oder eine andere Form. Durch eine entsprechende Prüfung sollten Nutzer nachweisen, dass sie über ausreichende Kenntnisse verfügen, um sicher am Luftverkehr teilnehmen zu können. Und auch die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit unterstützt die Pläne rund um die offizielle Flugerlaubnis.

Amerikanische FAA empfiehlt ebenfalls Lizenz

Nicht nur in Deutschland feilen Experten aktuell an einem möglichen Drohnen-Führerschein, auch in den USA könnte ein entsprechender Test für die Handhabung der kleinen Flugroboter in Zukunft verpflichtend sein. Die Federal Aviation Administration (FAA) empfiehlt einen schriftlichen Test, in dem der Nutzer nachweist, dass er die rechtlichen Regelungen kennt – zum Beispiel die Geschwindigkeitsbegrenzung von 160 Stundenkilometern und die maximale Flughöhe von rund 150 Metern. Nutzer von Drohnen müssen in den USA außerdem mindestens 16 Jahre alt sein.

Leichtsinnige Drohnen-Nutzung macht rechtliche Regulierungen notwendig

Die Pläne rund um einen möglichen Drohnen-Führerschein kommen natürlich nicht – um in der passenden Bildsprache zu bleiben – aus heiterem Himmel. Der Absatz für die fliegenden Roboter ist enorm, in Deutschland könnten laut Schätzungen der DFS bis zum Jahr 2020 über eine Million Exemplare im Umflug sein. Das birgt jedoch auch Gefahren, denn häufig ist der Einsatz der kleinen Fluggeräte sehr leichtsinnig. So wurden beispielsweise schon mehrere Fälle bekannt, in denen Drohnen Flugzeuge oder sogar Rettungshubschrauber behinderten. Viele Privatleute sehen außerdem ihr Persönlichkeitsrecht gefährdet, wenn die Drohnen plötzlich über ihrem Grundstück auftauchen – möglicherweise sogar mit einer Kamera ausgestattet. Eine Fluglizenz könnte derart problematischer Nutzung Einhalt gewähren.

Zusätzlich zum Drohnen-Führerschein fordern Experten eine Registrierung der Drohnen beim Kauf, damit der Besitzer der Drohne bei späteren rechtlichen Problemen besser ausfindig gemacht werden kann.

(Stand: August 2016)