Ein gutes Bildbearbeitungsprogramm gehört heute ebenso zur Ausrüstung eines Fotografen wie Spiegelreflexkamera oder Stativ. Muss es wirklich eine professionelle Software wie Photoshop sein oder reicht es, sich ein kostenloses Programm runterzuladen? Um diese Frage zu verstehen, sollten Sie sich vor Augen führen, was ein Bildbearbeitungsprogramm leistet und welche Funktionen möglich sind.

Bildbearbeitungsprogramm verstehen: Vektor und Raster

Bildbearbeitungsprogramme fallen unter den Begriff der Grafiksoftware. Zu unterscheiden sind zwei verschiedene Arten der Fotobearbeitung, auf denen die Bildbearbeitungssoftware basiert: Vektor- und Rastergrafiken.

Der Unterschied ist schnell erklärt. Bei Vektorgrafiken werden lediglich Form, Farbe etc. eines Objektes festgehalten, also die Eigenschaften. Dadurch lassen sie sich ohne Qualitätsverlust beliebig oft skalieren. Rastergrafiken dagegen basieren auf Pixeln. Jedem einzelnen Mega Pixel eines Bildes wird ein bestimmter Ort, eine entsprechende Farbe und Helligkeit etc. zugewiesen – dadurch sind sie nicht ohne Qualitätsverlust skalierbar.

Was ein Bildbearbeitungsprogramm leistet

Die Bildbearbeitung als solche umschreibt die Veränderung von Fotos, Negativen oder eben auch digitalen Bildern. Dies geschieht heutzutage zumeist mit einem digitalen Bildbearbeitungsprogramm.

Je nach Anwendungsbereich und Anforderungen durch den Anwender existieren zahlreiche verschiedene Bildbearbeitungsprogramme und Softwarelösungen auf dem Markt. Der eigentliche Sinn hinter der Bildbearbeitung ist es, Fehler zu beseitigen, die eventuell beim Fotografieren mit Auto Iso oder Autofokus entstehen können. Aber auch webspezifizierte Arbeiten wie zum Beispiel die Foto Animation können mittlerweile im Fotobearbeitungsprogramm durchgeführt werden und benötigen keine dedizierte Animations-Software mehr. Ein weiteres großes Anwendungsfeld ist die kreative Bildbearbeitung.

Bildfehler entfernen:

Bildbearbeitungsprogramm im Einsatz: drei Ausschnitte vom Gesicht einer Frau auf dem Bildschirm

Bildbearbeitungsprogramm im Einsatz: An dem Foto dieses Models wird noch retuschiert © gettyimages/iStock/Joan Vicent Cantó Roig

  • Über- und Unterbelichtung
  • Unschärfe
  • Kontrastschwäche
  • Bildrauschen
  • Rote-Augen-Effekt
  • Stürzende Linien

Kreative Bildbearbeitung:

  • Motive freistellen
  • Filter und Effekte
  • Kontrast verstärken
  • Fotomontage und Composing
  • Colorkey (farbige Details in Schwarz-Weiß-Fotos)
  • Weichzeichnen (für Bewegungsunschärfe oder zum Verändern des Hintergrunds)

Bildbearbeitungsprogramm runterladen: Freeware vs. Bezahlvarianten

Ob für Sie ein kostenloses Bildbearbeitungsprogramm reicht oder Sie besser in eine kostenpflichtige Grafiksoftware investieren, hängt ganz von Ihrem Anwendungsbereich ab. Wer mehrere Hundert Euro für eine digitale Spiegelreflexkamera ausgibt, sollte nicht beim Grafikprogramm mit dem Sparen beginnen. In der professionellen Fotografie kommt man ohne Photoshop und Co. kaum aus. Gleiches gilt, wenn Sie beispielsweise ab und an auf Hochzeiten fotografieren, um sich den einen oder anderen Euro dazu zu verdienen.

Kostenlose Programme für PC und Smartphone

Professionelle Bildbearbeitungssoftware wie Photoshop hat ihren Preis. Gerade für Einsteiger und Hobby-Fotografen reichen daher oft kostenlose Alternativen. Ihr Funktionsumfang ist zwar in der Regel etwas eingeschränkter, reicht aber oft für Basics wie Bilder zuschneiden, retuschieren oder Fotocollagen erstellen. Kostenlose Programme sind sowohl für die Bearbeitung am Desktop als auch als Bildbearbeitungs-App für Smartphone und Tablet erhältlich.

Hier eine Auswahl der beliebtesten Bildbearbeitungsprogramme, die Sie gratis downloaden können:

Unser Tipp: Fast alle Anbieter stellen ein Tutorial zur Verfügung, in dem Sie Hinweise und Tipps zur Bedienung des Bildbearbeitungsprogramms finden.

Kostenpflichtige Bildbearbeitungsprogramme

Kostenpflichtige Bildbearbeitungsprogramme sind gerade im Profi-Bereich unverzichtbar. Wenn Sie sich für einen Referenz-Anbieter wie Adobe entscheiden, haben Sie den Vorteil, dass die einzelnen Programme flüssig ineinander greifen. So lassen sich Photoshop, Adobe Lightroom, XD, Illustrator oder Premiere einfach miteinander verknüpfen. Ein weiterer Vorteil gegenüber kostenlosen Alternativen: Das Programm wird durch Updates ständig aktuell gehalten und falls mal Hilfe von Nöten ist, können Sie den Support des Anbieters kontaktieren.